Wer „Kellersanierung” sucht, hat meist mehr als eine nasse Stelle: muffiger Geruch, weiße Krusten an der Wand, Putz, der abfällt, Kisten, die schimmeln. Eine Sanierung bringt den ganzen Raum in Ordnung, nicht nur die Wand. Sie besteht aus bis zu vier Bausteinen, und welche davon Sie brauchen, hängt von der Ursache ab.
Die vier Bausteine einer Kellersanierung
1. Ursache abstellen
Wasser von außen wird durch eine Abdichtung gestoppt, aufsteigende Feuchte durch eine Horizontalsperre, Kondenswasser durch richtiges Lüften. Ohne diesen Schritt ist alles Weitere verlorenes Geld. Mehr dazu: Kellerabdichtung · Kellerabdichtung von innen · Horizontalsperre
2. Salz aus dem Weg räumen
Die weißen, pelzigen oder krümeligen Ausblühungen an Kellerwänden nennt man umgangssprachlich Salpeter. Es sind Salze, die das Wasser aus Boden und Mauerwerk mitbringt. An der Oberfläche verdunstet das Wasser, die Salze bleiben zurück und kristallisieren. Dabei sprengen sie den Putz ab.
Das Tückische: Salze ziehen auch dann noch Feuchtigkeit aus der Luft, wenn die Ursache längst behoben ist. Deshalb sieht eine Wand nach einer Abdichtung manchmal weiter fleckig aus. Abbürsten hilft nur kurz. Dauerhaft hilft, den salzbelasteten Putz zu entfernen und Sanierputz aufzutragen.
3. Sanierputz statt normalem Putz
Sanierputz ist ein Putz mit vielen feinen Poren. Er lässt die Feuchte aus der Wand als Dampf durch, und die Salze lagern sich in seinen Poren ein, ohne ihn zu sprengen. Die Oberfläche bleibt trocken und hell. Die technische Regel dafür ist das WTA-Merkblatt 2-9.
Wichtig: Sanierputz dichtet nicht ab. Er ist der Abschluss nach einer Abdichtung oder Horizontalsperre, kein Ersatz dafür.
4. Raumklima und Nutzung
Ein trockener Keller bleibt nur trocken, wenn im Sommer nicht die warme Außenluft hereingelassen wird. Sie bekommen von uns schriftliche Hinweise zum Lüften. Auf Wunsch bauen wir eine automatische Lüftung mit Wärmerückgewinnung ein. Soll der Keller Wohnraum werden, kommen Dämmung und Heizung dazu.
Ablauf einer Kellersanierung
- Messung und Ursachenanalyse vor Ort, kostenlos.
- Plan mit festem Preis: welche Bausteine, welche Wände, welcher Zeitraum.
- Räumen und Schützen: Wände etwa einen Meter frei, Staubschutz zu den übrigen Räumen.
- Abdichtung oder Horizontalsperre.
- Salzbelasteten Putz entfernen, Sanierputz auftragen.
- Abnahme mit Protokoll und Hinweisen zum Lüften.
Nach den Arbeiten braucht die Wand noch Zeit zum Trocknen, je nach Verfahren mehrere Monate.
Was eine Kellersanierung kostet
Das hängt vor allem davon ab, welche Bausteine nötig sind. Sanierputz liegt bundesweit bei etwa 75 bis 101 € netto je m² (BKI, Stand Q4/2024). Richtwerte für alle Verfahren und ein Rechenbeispiel für ein Einfamilienhaus: Kosten einer Kellerabdichtung.
Häufige Fragen
Ist Salpeter gefährlich?
Für die Gesundheit nicht, für das Mauerwerk schon: Die Salze zerstören über die Jahre Putz und Fugen.
Ist der weiße Belag Salz oder Schimmel?
Salz ist kristallin, krümelt beim Darüberreiben und löst sich in Wasser. Weißer Schimmel ist watteartig, weich und riecht muffig. Im Zweifel schicken Sie uns ein Foto, wir sagen es Ihnen. Mehr zu Schimmel: Schimmelsanierung.
Reicht es, nur Sanierputz aufzutragen?
Nein. Ohne Abdichtung oder Sperre ist auch Sanierputz nach einigen Jahren voller Salz und platzt ab.
Muss der Keller für die Sanierung leer sein?
Nein. Die betroffenen Wände müssen etwa einen Meter frei zugänglich sein. Den Rest schützen wir vor Staub.
Stand: Oktober 2026 · InsideDry, SMP Service GmbH, Klein Rönnau