Bei einer Innenabdichtung bleibt der Garten unberührt. Wir arbeiten nur im Keller: alten Putz runter, Wand vorbereiten, Abdichtung in mehreren Lagen auftragen, Übergang zum Boden sichern. Das ist oft die einzige Lösung bei Reihenhäusern, Grenzbebauung oder wenn Terrasse, Garage oder Einfahrt direkt am Haus liegen.
Bevor Sie sich dafür entscheiden, sollten Sie drei Dinge wissen. Sie stehen weiter unten, ebenso die Fälle, in denen wir selbst davon abraten.
Wie eine Innenabdichtung funktioniert
Die Abdichtung liegt auf der Raumseite der Wand. Das Wasser kommt weiterhin von außen ins Mauerwerk, wird aber an der Innenseite gestoppt. Fachleute sagen dazu auch Negativabdichtung, weil das Wasser von der „falschen” Seite gegen die Abdichtung drückt. Die Abdichtung muss deshalb fest mit dem Untergrund verbunden sein, sonst drückt das Wasser sie ab.
Die technische Regel für das nachträgliche Abdichten von innen ist das WTA-Merkblatt 4-6. Welche Materialien wir bei Ihnen einsetzen und in welchem Aufbau, steht im schriftlichen Plan.
Unsere Mikrokristall-Abdichtung
Für Wände von innen setzen wir eine mineralische Mikrokristall-Abdichtung ein, die für uns hergestellt wird. Sie dringt in die Poren ein und bildet dort Kristalle, die die Poren verschließen. Diese Wirkung ist für Beton gut untersucht, weil die Kristalle mit dem Zement reagieren. Die meisten Keller im Norden sind aber aus Ziegel mit Mörtelfugen. Dort kommt es auf den Untergrund an: Fugen und Fehlstellen schließen wir vorher, und ob das Mauerwerk trägt, prüfen wir bei der Messung. Als Oberfläche ist danach zum Beispiel eine helle, abwischbare Beschichtung möglich.
Drei Dinge, die Sie vorher wissen sollten
1. Die Wand dahinter bleibt feucht
Eine Innenabdichtung hält das Wasser vom Raum fern, nicht vom Mauerwerk. Die Wand bleibt nass. Bei gesundem Ziegelmauerwerk ist das kein Problem, so stehen viele Keller seit Jahrzehnten. Bei Holz in der Wand, Lehm oder weichem Kalkmörtel muss man genauer hinsehen.
2. Ohne Sperre unten steigt die Feuchte weiter
Kommt die Feuchte zusätzlich von unten, steigt sie hinter der Abdichtung weiter nach oben, bis ins Erdgeschoss. Deshalb gehört zur Innenabdichtung oft eine Horizontalsperre am oberen Rand der Abdichtung. Ob das nötig ist, zeigt die Messung.
3. Der Übergang zum Boden ist die Schwachstelle
Wasser sucht sich die Kante zwischen Wand und Bodenplatte. Dort bauen wir eine Hohlkehle aus Dichtmörtel und führen die Abdichtung auf den Boden. Ist die Bodenplatte selbst undicht, muss sie mit abgedichtet werden, sonst kommt das Wasser von unten.
Wann wir von einer Innenabdichtung abraten
- Wenn es Kondenswasser ist. Dann hilft richtiges Lüften, nicht Abdichten. Siehe Ursachen feuchter Keller.
- Wenn außen gut zugänglich ist und ohnehin gegraben wird, etwa für eine Dämmung oder neue Leitungen. Dann ist außen die bessere Wahl, weil die Wand trocken wird.
- Bei Holzbalken oder Holzteilen in der nassen Wand. Sie würden hinter der Abdichtung faulen.
- Bei Rissen, die sich bewegen, etwa durch Setzungen. Eine starre Abdichtung reißt mit.
- Bei sehr weichem, mürbem Mauerwerk, auf dem keine Abdichtung haftet. Dann wird zuerst das Mauerwerk instand gesetzt.
Ablauf
- Messung und schriftlicher Plan, kostenlos.
- Wandflächen freiräumen, angrenzende Räume gegen Staub abtrennen.
- Alten Putz bis auf das Mauerwerk entfernen, Fugen ausräumen, Fehlstellen schließen.
- Hohlkehle am Wandfuß, Abdichtung in mehreren Lagen.
- Bei Salzbelastung Sanierputz als Abschluss, damit die Oberfläche trocken und hell bleibt.
- Abnahme mit Protokoll.
Wie lange es dauert und ab wann der Keller wieder genutzt werden kann, hängt von Fläche und Material ab. Beides steht im Plan, bevor wir anfangen.
Was kostet eine Kellerabdichtung von innen?
Bundesweit liegen die Preise bei etwa 200-240 € je laufendem Meter Wand (Kostenübersicht Bausparkasse Schwäbisch Hall, Stand 09/2025). Teurer wird es, wenn der Putz stark salzbelastet ist, die Bodenplatte mit abgedichtet werden muss oder eine Horizontalsperre dazukommt. Alle Verfahren im Vergleich, mit Rechenbeispiel: Kosten einer Kellerabdichtung.
Häufige Fragen
Hält eine Innenabdichtung dauerhaft?
Wenn die Ursache richtig erkannt ist, der Untergrund trägt und die Anschlüsse sitzen, ja. Zwei Fehler sind besonders häufig: Die Abdichtung wird auf alten Putz gestrichen, oder der Übergang zum Boden fehlt.
Kann ich Dichtschlämme selbst auftragen?
Für eine kleine Stelle ohne Wasserdruck kann das reichen. Bei ganzen Wänden scheitert es meist an der Vorbereitung: Ohne vollständig entfernten Putz und ohne Hohlkehle drückt das Wasser die Schicht nach einigen Monaten ab.
Bildet sich hinter der Abdichtung Schimmel?
Schimmel braucht Luft und organisches Material. Zwischen Mauerwerk und mineralischer Abdichtung ist beides kaum vorhanden. Kritisch sind Holz oder Tapetenreste, die in der Wand bleiben. Die entfernen wir vorher.
Kann der Keller danach Wohnraum werden?
Mit der Abdichtung allein nicht immer. Für Wohnräume kommen Dämmung, Heizung und Lüftung dazu. Was dafür nötig wäre, sagen wir Ihnen bei der Messung.
Hilft das auch gegen drückendes Grundwasser?
Das prüfen wir im Einzelfall. Bei hohem Wasserdruck kann eine Abdichtung von außen die sicherere Lösung sein.
Stand: Oktober 2026 · InsideDry, SMP Service GmbH, Klein Rönnau